Wir setzen uns jeden Tag aktiv mit dem Thema Essen auseinander, aber selten mit dem Thema „achtsam essen“.  Das liegt daran, dass wir oft unbewusst essen. Wir greifen zum Beispiel zu den Lebensmitteln, die wir kennen und die uns wenig Zeit kosten. Denn der Alltag ist oft sehr stressig, durchgeplant und routiniert. Da denken die Wenigsten an achtsames Essen. Doch genau das ist essentiell, wenn man sich dauerhaft im eigenen Körper wohlfühlen möchte. Ich verrate Dir alle Hintergründe und Informationen zum Thema „achtsam essen“ und gebe Dir Tipps für Deinen Alltag.

 

Achtsam Essen als neue Ernährungsform

Um das achtsame Essen kennenzulernen, werfen wir zuerst einen Blick auf den Begriff Achtsamkeit. Achtsamkeit meint eine spezielle Form der Aufmerksamkeit und ist bereits in den jahrtausendalten buddhistischen Methoden und Lehren zu finden. Es handelt sich um einen bewussten Zustand der Wahrnehmung, bei dem alle Einflüsse und Erfahrungen aufgenommen werden, ohne Gewohnheiten routiniert abzurufen. Wir schenken einer konkreten Situation, einem ganz bestimmten Moment unsere volle Aufmerksamkeit. Wichtig ist dabei, sich selbst zu fokussieren; anstatt mehrere Dinge parallel zu tun oder im Kopf zu haben, wie es so oft im Alltag der Fall ist.

 

Was hat Achtsamkeit nun mit Essen zu tun?

Körpersignale durch achtsames Essen kennenlernen

Achtsam essen

Eine gesteigerte Achtsamkeit während des Essens trägt dazu bei, dass wir uns bewusster ernähren. Achtsames Essen ist keine Diät, sondern eine auf Dauer angelegte Ernährungsumstellung, unser Essverhalten langfristig gesund zu gestalten.

Es zeichnet sich durch mehrere Eigenschaften aus: Dabei ist unser Bauchgefühl elementar, das sich als Intuition bezeichnen lässt. Beim achtsamen Essen haben wir eine enge Beziehung zu unserem Körper. Damit ist gemeint,  dass wir essen, wenn wir körperlich hungrig sind, also beispielsweise ein Magenknurren oder ein leichtes Schwächegefühl spüren. Und wir beenden das Essen, sobald uns unser Körper signalisiert, angenehm gesättigt zu sein, indem sich zum Beispiel der Magen „schließt“.

Achtsame Nahrungsauswahl

Ein weiterer Punkt ist die bewusste Wahl der Lebensmittel, die ebenfalls von unserem Körper getroffen wird. Hier sollten wir uns auch auf unsere Intuition, unsere innere Stimme verlassen. Aspekte sind dabei, ob er eher etwas Salziges und Herzhaftes verlangt oder lieber etwas Süßes, eher einen kleinen Snack oder eine vollwertige Mahlzeit. Eine Entscheidung ist auch, ob eher viel Energie in Form von Kohlenhydraten oder möglicherweise etwas Leichtes, gut Verdauliches benötigt wird. All dies ist vom jeweiligen Körper und der Situation abhängig. Deshalb ist es so wichtig, eine enge Verbindung zum Körper herzustellen. Diese ist für die Achtsamkeit beim Essen enorm wichtig.

Hilfreich sind außerdem Erfahrungswerte aus der Vergangenheit. Deshalb handelt es sich um eine Kombination aus Bauchgefühl und Verstand. Im Kopf haben wir abgespeichert, was uns einerseits schmeckt und andererseits guttut. Denn nicht nur der Geschmack ist entscheidend, sondern auch, was unserem Körper wohl bekommt.

Langsames Essen unterstützt achtsames Essen

Außerdem ist langsames Essen wichtig, da es das achtsame Essen unterstützt und hilfreich für die Umsetzung der eben genannten Punkte ist. Wir spüren leichter, ob wir hungrig und satt sind, wenn wir die Nahrung langsam aufnehmen. Zudem kann der Stoffwechsel viel effektiver arbeiten. Und zu guter Letzt fördert langsames Essen den Genuss. Durch achtsames Essen werden wir nämlich wieder zu Feinschmeckern, die ihr Essen frei und ohne ein schlechtes Gewissen genießen.

 

Achtsam essen im Überblick:

  • Mit dem eigenen Körper in Verbindung stehen und mit ihm zusammenarbeiten
  • Auf sich selbst Konzentrieren
  • die Körpersignale wahrnehmen und angemessen auf sie reagieren
  • Bewusste und zugleich intuitive Wahl der Nahrungsmittel
  • Langsames und genussvolles Essen mit allen Sinnen

 

Wie fange ich am besten an, wenn ich achtsam essen möchte?

wohlfuehlen durch achtsam essenUm auf achtsames Essen umzusteigen, kannst Du Dein bisheriges und jetziges Essverhalten beobachten und näher beleuchten. Zu Beginn solltest Du Dir dabei immer ein paar Fragen stellen.

Die erste Frage könnte lauten: „Warum esse ich?“. Denn zu den Ursachen von Gewichtsproblemen oder von einem unangenehmen Verhältnis zum Essen gehört das übermäßige Essen. Viele essen, ohne Hunger zu haben. Ein Grund dafür sind Emotionen, wie z.B. Langeweile, Frust und Trost. Auch unnatürliche Gewohnheiten wie regelmäßig feste Essenszeiten sind Aspekte. Doch hat dann gar nichts mehr mit Achtsamkeit zu tun. Deshalb ist es wichtig zu lernen, wieder mit dem Körper zusammenzuarbeiten. Horche in Dich hinein, ob Du wirklich körperlich hungrig bist oder ob es vielleicht einen anderen Beweggrund für Dein Verlangen nach Nahrung gibt.

Die nächste Frage bezieht sich auf das Gefühl nach dem Verzehr der Speise(n): „Hat mir meine ausgewählte Mahlzeit gutgetan?“. Wie geht es Dir körperlich: Fühlst Du dich aufgebläht und überfressen oder bist du angenehm satt und körperlich fit? Hast Du mehr Energie als vorher? All diese Fragen helfen Dir dabei herauszufinden, was Deinem Körper guttut. So tastest Du Dich Schritt für Schritt an achtsames Essen heran und lernst, die Achtsamkeit in Deine Ernährungsweise zu integrieren.

Frage Dich auch, was Du während des Essens zuvor parallel gemacht und/oder gedacht hast: „Was denke oder tue ich während des Essens?“. Häufig beschäftigen wir uns noch mit anderen Sachen während wir essen. Das hindert uns jedoch am achtsamen Essen. Während der Mahlzeit solltest Du Dich auf das Essen konzentrieren. Frage Dich vielmehr: „Was fühle ich beim Essen?“ und versuche, so intensiv wie möglich den Geschmack, die Konsistenz und den Duft der Nahrung wahrzunehmen und zu genießen.

Neben der Nahrungsaufnahme spielt auch Flüssigkeit eine wichtige Rolle. Deshalb solltest Du Dich auch immer fragen: „Habe ich heute schon genug getrunken?“. Damit gemeint sind in erster Linie Wasser sowie ungesüßte Tees. Es hält Dich wach und verhindert, dass Du Hunger mit Durst verwechselst. Nutze das Trinken auch als bewusste Pause, um einmal durchzuatmen. Das tut gut und gibt Dir Kraft.

 

Achtsam essen als Schlüssel zum Erfolg

achtsam essenAchtsames Essen hat eine besondere Wirkung auf uns. Denn es hilft uns, einen genussvolleren und gesünderen Umgang mit Speisen zu pflegen. Deshalb ist achtsam essen der gesunde Weg zum Abnehmen. Es bewirkt auf lange Sicht eine dauerhafte Gewichtsreduktion, da wir dem Körper genau das geben, was er benötigt und führen ihm nicht mehr hinzu, als er verlangt. Die Lebensmittel werden außerdem hinreichend verwertet, da wir genau dann essen, wenn der Körper es benötigt und wir genau das essen, was uns und unserem Körper in der Situation hilft. Es gibt keine langen Hungerphasen, sodass der Stoffwechsel beim achtsamen Essen optimal funktionieren kann.

Die Umstellung auf eine bewusste Ernährung schenkt uns aber auch ein völlig neues Körpergefühl, da wir uns insgesamt wohler fühlen. Es handelt sich also um eine Art Wechselspiel. Wer achtsam isst, der hat ein gesteigertes Wohlbefinden. Dieses neue Gefühl überträgt sich auch auf andere Lebensbereiche. Wir sind selbstbewusster und vertrauen uns. Zusätzlich baut Achtsamkeit Stress ab,
was unsere Lebensqualität ungemein steigert.

 

Achtsam essen bringt viele Vorteile

  • Ein gesundes und natürliches Essverhalten
  • Keine Gewissensbisse, sondern Freude beim Essen
  • Mehr Genuss durch achtsames Essen
  • Bewusstes Wahrnehmen, Schmecken und Erleben der Nahrung
  • Ein intakter Stoffwechsel
  • Wir fühlen uns fit und aktiv
  • Keine lästigen Diäten mit strikten Regeln
  • Ohne Verzicht und Heißhunger leben
  • Es ist ein langfristiger Ansatz, der uns ein Leben lang begleitet
  • Man verspürt mehr Selbstvertrauen, das sich auf andere Bereiche überträgt

 

5 Tipps für Deine achtsame Ernährung

  • Üben: Es heißt bekanntlich „Übung macht den Meister.“ Das gilt auch für achtsames Essen. Achtsamkeit kann man trainieren. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst: für das Essen und für das Erlernen der Achtsamkeit. Siehe jede Mahlzeit als neue Möglichkeit, achtsamer zu essen.achtsam Essen
  • Trenne Dich von Diät-Ratgebern: Achtsamkeit bedeutet auch, sich selbst fokussieren zu können. Da haben vorgefertigte Ernährungspläne und Diätbücher keinen Platz. Sie setzen uns lediglich unter Druck und beeinflussen unsere Mentalität beim Essen. Lerne, Dir selbst zu vertrauen.
  • Auszeit nehmen: Kleine Pausen im Alltag sind essentiell für achtsames Essen. Du bist in diesen Momenten ganz bei Dir und Deinem Körper. Die kleinen Momente kannst Du nutzen, um einmal durchzuatmen. Schließe dabei auch mal die Augen und kehre danach fokussiert zurück zu Deiner Aufgabe.
  • Besteck weglegen: Ein kleiner Tipp für die konkrete Situation während des Essens. Lege bewusst Dein Besteck beiseite, um das langsame und achtsame Essen noch einfacher umsetzen zu können. Danach wirst Du noch besser merken, ob Du satt bist und Dir der nächste Biss noch schmecken wird.
  • Weniger ist mehr: Oftmals sind wir uns unsicher, wie viel Hunger wir haben oder umgekehrt: die Augen sind größer als der Hunger. Haben wir einen vollgepackten Teller, neigen wir dazu, auch alles aufzuessen. Nimm Dir deshalb erst eine kleinere Portion. Sie setzt Dich weniger unter Druck und Du kannst in Ruhe achtsam essen.

Hast Du schon einmal achtsames Essen für Dich ausprobiert? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Blogbeitrag.

Liebe Grüße


Fotos:
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Bild (Nudeln): Timolina | Shutterstock.com

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