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In diesem sehr persönlichen Erfahrungsbericht erzählt Kathi (28), wie sie es raus aus der Essstörung geschafft hat und parallel 20kg abgenommen hat:

Ich liege in meinem Bett umgeben von leeren Verpackungen diverser Lebensmittel, die ich in den letzten 45 Minuten in mich gestopft habe – ohne Sinn und Verstand. 

Es war doch ein ganz normaler Tag..?!

Ich frühstückte mein Porridge, natürlich mit Wasser und Proteinpulver statt Milch aufgekocht und mit Obst, aber bloß keine Bananen, die haben zu viele Kalorien – lieber einen Apfel oder ein paar Beeren. Vormittags trank ich meinen Protein-Shake, genau so wie nachmittags. Zum Mittag gab es einen Blattsalat mit Thunfisch ohne Dressing, nur mit Wasser und ein paar Kräutern… wie gerne hätte ich Mais in meinem Salat gehabt, aber auch der hat zu viel Zucker und ist tabu – das habe ich aus meinem letzten Online-Abnehm-Programm gelernt.

Abends komme ich von der Arbeit nach Hause und spüre diesen wachsenden Drang, den ich schon länger kenne. Und ich weiß, wie das enden wird. 

Mein bewusster Verstand ist wie abgeschaltet und noch bevor ich realisiere, was da eigentlich gerade passiert, gehe ich zum nächsten Supermarkt, kaufe für ca. 20 € all das ein, was ich mir sonst verboten habe, lege mich in mein Bett, schalte den Fernseher ein und dann geht die Fresserei los

Noch am Tag danach habe ich solche Magenschmerzen, dass ich mich auf der Arbeit krank melden muss.

Der Anfang der Essstörung: “Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt.” – Mit 13 in der Abnehmkur 

Ich bin Kathi, 28 Jahre alt und wohne in der Nähe von Bonn. 

Das Thema „Essen & Gewicht“ begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben. Meine frühesten Kindheitserinnerungen mit dem Essen sind solche, dass ich nie intuitiv essen durfte – bzw. es sehr früh verlernt habe. Ich glaube, viele von uns kennen Sätze wie:

  • „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt.“
  • „Du musst deinen Teller leer essen, sonst gibt es morgen kein gutes Wetter.“
  • „Vor dem Essen gibt es keine Schokolade.“
  • „Wenn du deinen Teller nicht leer isst, gibt es auch keinen Nachtisch.“

Auch ich bin so aufgewachsen. Der Nachteil daran war, dass ich schon in frühem Kindesalter ein großes Verlangen nach den verbotenen Sachen bekommen habe. Mein Taschengeld floss demnach schon früh in Süßigkeiten und ich wurde ein kleines Pummelchen

Mit 13 Jahren kam ich in eine Kur zum Abnehmen und so begann dann auch meine Diät-Karriere und meine Essstörung. Es folgten Abnahmen und Jojo-Effekte, die mich im Alter von 26 Jahren auf ein absolutes Höchstgewicht brachten. Ich habe wirklich so gut wie alles durch – Low Carb, Punkte zählen und diverse Online-Programme, die mit den tollsten Versprechungen und Vorher-Nachher-Bildern locken. 

Vorsicht: Abnehmkonzepte, die in einer Essstörung münden

Ein Programm hat es bei mir dann auf die Spitze getrieben. Ich will ganz kurz das Konzept erklären: 

10 Wochen Ernährungs- und Sportpläne. Die Ernährungspläne sind stark Low-Carb/Low-Fat/High-Protein orientiert. Während die Kalorien Woche für Woche runter gefahren wurden, wurde der Sport immer anspruchsvoller. Gegen Ende dieser 10 Wochen landete man bei ca. 800-900 Kcal am Tag – egal, ob eine Person bereits ein Normalgewicht hatte oder stark übergewichtig war. Und von den 800-900 Kalorien hat man dann durch Sport wiederum noch genug verbrannt, so dass da nicht viel von übrig geblieben ist. 

Nach 10 Wochen kam dann die große Belohnung in Form eines Cheatdays. Viele kennen dieses Prinzip: Sich eine gewisse Zeit lang komplett einschränken und an einem Tag ist dann alles erlaubt. 

Bei dem Programm habe ich im Nachhinein das Gefühl, der Cheatday wurde sogar als eine Art Wettkampf genutzt – Wer schafft es, an diesem einen Tag am meisten in sich rein zu stopfen? Ist da eine Essstörung nicht schon vorprogrammiert?

Depressionen auf dem Weg: Raus aus der Essstörung

Nach etwa 2 mal 10 Wochen des Programms fingen meine Probleme an. Ich konnte nicht mehr „clean“/gesund essen weil mich anfangs 1-2 mal die Woche, später sogar fast täglich, diese Fressattacken plagten, die ich zu Beginn beschrieben habe. Anfangs habe ich versucht, diese „Fehler“ durch den Sport weiter auszugleichen aber irgendwann kam dann doch wieder die Zunahme. Mit dem Online-Programm nahm ich erst ca. 25 Kilo ab und im Anschluss durch die gewonnene Essstörung um die 50 kg zu. Was für ein Erfolg…

Mit der Essstörung kamen auch weitere Probleme. Ich schämte mich so sehr für mein Versagen und mein Aussehen, dass ich Depressionen bekam. Ich fühlte mich so unter Spannung und Druck, dass ich genau diesen durch falsche Maßnahmen wieder los werden wollte. Ich isolierte mich auch immer mehr und hielt es nicht mehr aus, mich an Orten aufzuhalten, wo mehrere Menschen aufeinander trafen.

Ich erinnere mich sehr gut an eine Situation… 

Ich wollte einfach nur einkaufen für die nächsten Tage, setzte mich also in mein Auto und fuhr zum Supermarkt. Schon im Auto überkam mich wieder dieses beklemmende Gefühl. Ich hatte Angst, einzukaufen weil ich daran dachte, was die anderen Leute wohl über mich denken. Über mein Gewicht, über mein Aussehen, über meinen Einkauf. Je näher ich dem Supermarkt kam, umso schneller fing mein Herz an zu schlagen und ich wurde immer nervöser. Als ich geparkt hatte, bekam ich solches Herzrasen und Beklemmungsgefühle, dass ich wie versteinert in meinem Auto saß und anfing, zu weinen. Nach etwa 10 Minuten fuhr ich dann wieder ohne Einkauf nach Hause. 

Ich könnte noch sehr viele ähnliche Geschichten aus der Zeit meiner Essstörung beschreiben. Es war einfach nicht auszuhalten. Mein Selbstwert war irgendwo im Keller und meine Probleme schienen unlösbar zu sein. 

Die Suche nach einem Weg raus aus der Essstörung

Schon während dieser Zeit fing ich an, mich mit dem Thema „intuitives Essen“ zu beschäftigen. Ich kaufte mir dazu ein Buch, aber das Konzept verstand ich damals noch nicht so richtig. Ich aß ähnlich wie vorher, nur mit dem Gedanken „Das will ich jetzt, also darf ich das auch“. Ich sah es praktisch als Erlaubnis, alles zu jeder Zeit essen zu dürfen und habe dabei noch nicht auf meine wirklichen Körpersignale geachtet. Einige Zeit später sah ich dann den Auftritt von der Expertin Dr. med. Mareike Awe (hier klicken) zum Thema intuitives Essen bei die Höhle der Löwen. Ich war beeindruckt von so einer schlanken und sympathischen Person, die es anscheinend geschafft hatte, mit dieser Methode ein tolles Gewicht erreicht zu haben. Dennoch scheute ich mich damals etwas davor und der Beitrag geriet in den Hinterkopf. 

Nachdem ich stationär einige Tage in einer Klinik war und merkte, dass das nicht mein Weg sein wird, zog ich erst einmal um, sodass ich in der Nähe meiner Familie war (zuvor wohnte ich 250 km entfernt von der Familie) und suchte mir eine Gesprächstherapie, zu der ich knapp zwei Jahre lang wöchentlich ging.

Meine Therapie hat mir in Bezug auf meinen Selbstwert und diverse andere verdeckte Themen gut geholfen, dennoch konnten wir die Essstörung nicht auflösen, was mich damals natürlich sehr frustriert und auch am meisten belastet hat. 

raus aus der Essstörung - Bild von kathis EssenDie Reise mit intueat

Im März 2018 fiel mir dann auf einmal wieder Mareikes Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ ein und ich suchte im Internet nach ihr. Kurz darauf hatte ich mich dann gleich für ihr kostenloses Webinar (hier klicken) angemeldet und das wiederum hat mich so überzeugt, dass ich mich kurzerhand für ihr intueat Programm angemeldet hatte. 10 Wochen lang begleitet einen Mareike durch ihr Online Coaching Programm intueat zum persönlichen Wohlfühlgewicht.

Ich muss sagen, dass es bei mir nicht sofort funktioniert hatte. Ich war mir seit dem Zeitpunkt des Programms sicher, dass nur intuitives Essen mein Weg für die Zukunft sein kann, dennoch fiel mir die Umsetzung schwer, da ich weiter unter meiner Essstörung und den Binge-Eating Fressattacken litt. Ich möchte das auch betonen, denn nicht jeder braucht vielleicht so „lange“ wie ich, um das intuitive Essen umzusetzen. Es ist etwas anderes, ob man einfach mal gerne etwas mehr isst, oder ob man unter diesen gefühlt unkontrollierbaren Essanfällen aufgrund einer Essstörung leidet.

Was ich allerdings nicht verloren habe, war das Vertrauen in das Konzept und vor allem das Programm. Im Jahr 2019 kam eine neuere Version des Programms, intueat 4.0, was mir vom Konzept sehr gut gefiel. Ich startete mit dem neuen (und aktuellen Konzept) durch und war sehr motiviert, dass 2019 mein Jahr wird. 

Obwohl ich auch hier von Anfang an weiterhin nicht perfekt intuitiv essen konnte und auch noch Essanfälle hatte (aber sehr viel weniger als zu Höchstzeiten), blieb ich sehr motiviert dabei und hörte stets weiter meine Audios – jeden Abend zum Einschlafen. 

Essstörung aufgelöst: Der große Durchbruch, endlich frei und 20kg leichter

raus aus der Essstoerung, Kathie hat 20kg verloren

Ende Februar 2019, das war etwa um die Zeit der Diamantphase des Programms hatte ich durch meine Depressionen einen kleinen Durchhänger und ließ mich 2 Wochen lang krank schreiben. Ich hatte keinen Antrieb mehr und hatte einfach das tiefe Bedürfnis, Zeit für mich zu haben, um wieder Kraft tanken zu können. 

Trotz der Depressionen versuchte ich weiter im Programm zu kommen, machte meine Übungen aus der Diamantphase und hörte die Audios. Gegen Mitte meiner zwei Wochen „Arbeitspause“ passierte es dann praktisch wie über Nacht…

Ich lag in meinem Bett. Neben mir auf dem Boden lagen schon diverse Verpackungen von Süßigkeiten, die ich in den letzten Tagen verspeist hatte. Ich holte mir ein Kinder Bueno, wollte es gerade aufmachen und essen als ich dachte „Moment mal, du hast doch gar keinen Hunger, wieso willst du jetzt dieses Kinder Bueno essen?“ Dann legte ich es wieder weg und sagte mir:

„So, Katharina. Genug jetzt. Raff dich auf, du schaffst das!“. 

Ich ging duschen, räumte den ganzen Müll der letzten Tage weg und spazierte dann erst mal eine Runde. So richtig begreifen, dass ich tatsächlich das Kinder Bueno weg gelegt habe, konnte ich nicht. Es war wirklich so, als sei über Nacht ein Schalter bei mir umgelegt worden.

Ich hatte seit diesem Tag an keine einzige richtige Fressattacke mehr (meine typischen Binges bestanden damals aus ca. 5.000-8.000 Kcal – und die habe ich in ca. einer Stunde verdrückt). 

Ich beendete die Runde von intueat und meine Erfolgsfragebögen sprachen Bände. Es ist jetzt fast 1 Jahr her, dass diese Veränderung eingetreten ist und ich habe seitdem über 20 Kg abgenommen. Da ich mich seit November 2019 letzten Jahres nicht mehr wiege, kann ich keine genauen Zahlen nennen. Aber seitdem mag ich wieder Bewegung (schweißtreibenden Sport mache ich ehrlich gesagt nicht wirklich), ich kann mich selbst lieben, auch wenn ich natürlich immer noch Übergewicht habe und noch etwas entfernt von meinem Wohlfühlgewicht bin. Ich bin sehr viel offener Menschen gegenüber geworden und kann einfach mein Essen wieder vollständig und ohne schlechtes Gewissen genießen

Wenn mich jemand fragen würde, worin ich den Schlüssel sehe und was ich empfehlen kann, dann sind es definitiv die Audios des intueat Programms. Während ich darüber meistens eingeschlafen bin, haben sie so viel in meinem Unterbewusstsein geändert, dass es mir auf einmal gar nicht mehr schwer fiel, die intueat-Grundsätze anzuwenden. Am Anfang finde ich auch kontinuierliche Beschäftigung mit dem Programm bzw. der ganzen Thematik sehr wichtig. Ich habe immer weiter im Programm gemacht – auch, obwohl ich zeitweise aufgrund des zu Beginn fehlenden Erfolgs natürlich dachte, „dass es bei mir einfach nicht funktioniert.“. 

Was ich auch sehr wichtig finde ist zu lernen, sich selbst vertrauen zu dürfen. Und dann gehört so eine Waage eben einfach nicht mehr dazu. Seit ich mich nicht mehr wiege, geht es mir um Welten besser. Ich bin so befreit und glücklich. Früher, zu Essstörungs- und Diätzeiten habe ich mich teilweise 6-7 Mal AM TAG auf die Waage gestellt um zu kontrollieren, wo ich gerade stehe und danach dann zu beurteilen, ob und was ich noch essen darf. Heute brauche ich sie überhaupt nicht mehr. Ich habe zwar noch eine Waage zu Hause (wegen meinem Mann, der wiegt sich halt ab und zu mal gerne), aber sie interessiert oder triggert mich überhaupt nicht mehr. Für mich steht nur noch mein Wohlbefinden an erster Stelle und das ist auch das, was ich jedem anderen Menschen auf der Welt wünsche, der gerade in irgendeiner Art und Weise mit diesen Themen struggelt. 

Zum Abschluss kann ich zusammenfassend einfach nur sagen: 

  • Vertraut euch und dem Programm
  • Macht immer weiter, auch wenn ihr an der Oberfläche noch keinen Erfolg seht, im Inneren tut sich bereits einiges
  • Schmeißt eure Waage weg, wenn ihr es nicht schafft, sie nicht zu benutzen wenn sie noch da ist
  • Hört die Audios und visualisiert immer wieder, welcher Mensch ihr sein möchtet

Ich wünsche euch allen, dass ihr das Leben leben könnt, dass ihr euch wünscht – frei von Essensproblemen oder anderen psychischen Krankheiten. 

Alles Liebe
Kathi

Sieh dir hier das Interview von Kathi in Mareikes Podcast „Wohlfühlgewicht“ an:

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