Intuitiv Essen und einkaufen

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Intuitiv essen und einkaufen – Wie gehe ich mit meiner Freiheit um?

„Und ich kann wirklich alles kaufen, worauf ich Lust habe?“. Dein erster intuitiver Einkauf steht an und du bist noch etwas skeptisch, weil ab heute wirklich ALLES in deinen Einkaufswagen wandern darf? Dann lass uns deinen nächsten Einkauf einmal gedanklich durchspielen, um dich von allen Zweifeln und Unsicherheiten zu befreien.

Dafür blicken wir zunächst in die Muster eines Diäthaltenden. Die Meisten haben während ihrer Diät einen festen Einkaufsplan. Durch die strikten Verbote ist eindeutig vorgegeben, was in den Einkaufswagen darf und was eben nicht. Das Verhältnis zwischen Abnehmen und Einkaufen ist dabei klar strukturiert: auf beispielsweise Süßigkeiten, Kohlenhydrate, Fettiges etc. musst verzichtet werden. Viele Lebensmittel, wie z.B. Nudeln, Schokolade oder Obst sind dann ein absolutes Tabu im Einkaufskorb. Aus diesem Grund entsteht jedoch Heißhunger, dazu weiter unten gleich noch mehr.

Intuitives Essen und Einkaufen gestaltet sich hingegen völlig anders, was nicht bedeutet, dass kein Einkaufszettel benutzt werden darf. Als intuitiver Esser ist man ein freier Genießer und diese Einstellung beginnt bereits beim Einkaufen. Es gibt keine festen Vorgaben, sondern nur eine einzige Regel: Du darfst und sollst sogar das einkaufen, was dir wirklich schmeckt und guttut. Diese Regel fängt bei der bunten und vielbestückten Obsttheke an und gilt bis hin zur Süßwarenabteilung.

Das Einkaufen ohne feste Vorgaben mag für einige nicht nur wieder völlig neu sein, sondern auch merkwürdig. Die unbekannte Freiheit erscheint zu Beginn fremd. Woran man früher schmachtend vorbeigehen musste, ist nun erlaubt. Unsere Supermärkte sind so vielfältig aufgestellt. Das Sortiment scheint endlos zu sein. Es gibt alles, was das Herz begehrt. Und das soll von nun an nicht mehr negativ betrachtet werden. Die große Auswahl ist etwas Tolles und ein Privileg. Es ist schön, aus so vielen verschiedenen Nahrungsmitteln auswählen zu können.

Durch die neugewonnene Freiheit tauchen jedoch auch Fragen auf. Folgende häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit intuitivem Essen beantworte ich für dich und ich bin mir sicher, mit diesem Leitfaden wird dir der nächste Einkauf leichter fallen.

Wie soll ich mich beim Einkaufen verhalten?

Beim intuitiven Essen kannst du deinen Einkauf ganz locker angehen. Versuche dich vorab zu entspannen. Setze dich weder vorher, noch während des Einkaufs unter Druck. Du weißt: alles darf, aber nichts muss. Klassiker unter den verbotenen Nahrungsmitteln während einer Diät, wie z.B. Nutella, Vollfett-Produkte oder Brötchen, sind ab sofort kein Tabu mehr. Viele Diäthaltende greifen zu Light-Produkten, in dem Glauben, damit schneller abzunehmen. Wenn du Light-Produkte aufgrund der Diätmentalität kaufst, obwohl du lieber die volle Version essen würdest, verbietest du dir in diesem Moment etwas. Du isst dann umso mehr und bist unzufrieden. Du solltest deine Gerichte nicht nach Kalorien auswählen, sondern sie so genießen, wie du sie magst und wie sie deinem Körper gut bekommen. Du wirst durch die intuitive Ernährungsweise von innen heraus gesunde Entscheidungen treffen, da du ein neues Gespür für deinen Körper entwickelst. Ich war überrascht, wie gut mir frische Lebensmittel wie zum Beispiel Obst schmecken und bekommen, als ich aufgehört habe, mich zu ihnen zu zwingen. Auch Süßigkeiten werden dich weniger interessieren, wenn sie nicht mehr so verboten leuchten, sondern jederzeit erlaubt sind. Sie verlieren einfach ihre Besonderheit und du entscheidest Vorurteilsfrei, was deinem Körper gut bekommt. Wenn dir bestimmte Speisen in der leichten Version tatsächlich besser schmecken und bekommen, wie z.B. Magerquark, kannst du natürlich diese Produkte essen. Das einzig Entscheidende ist, dass es dir schmeckt und guttut.

Soll ich lieber öfter und dafür weniger einkaufen?

Es gibt keine bestimmte Faustregel für die Anzahl der Einkäufe, denn jeder Mensch ist individuell. Was für den einen super funktioniert, sorgt bei anderen für Stress. Sowohl der große Wochen- oder Monatseinkauf, als auch das Einkaufen mehrmals in der Woche sind für das intuitive Essen geeignet. Hier kommt es sicherlich auf die jeweilige Lebenssituation an. Bei einigen lässt es möglicherweise die Zeit nicht zu, mehrmals die Woche einkaufen zu gehen. Finde für dich persönlich heraus, wie es am besten in deinen Alltag passt. Der Vorteil, wenn man weniger, aber öfter einkauft, ist, dass man einerseits immer wieder frische Sachen zu Hause hat, andererseits können Dinge, auf die man Appetit bekommen hat, direkt eingekauft werden.

Aber auch der Spagat zwischen beiden Varianten ist denkbar: haltbare Lebensmittel können ruhig etwas im Vorrat gekauft werden. Für spontane oder kurzfristige Kochideen lassen sich auch noch frische oder andere fehlende Zutaten besorgen.

Wie kann ich mich überwinden, Dinge zu kaufen, die ich mir zuvor verboten habe?

Mache dir bewusst, dass das kategorische Verbieten bestimmter Lebensmittel nur zu Heißhunger führt. Wenn du auf bestimmte Lebensmittel verzichtest, obwohl du sie eigentlich gerne essen würdest, werden sie zur verbotenen Frucht und umso interessanter. Der Heißhunger wird nur stärker, Deine Gedanken kreisen um diese Speise, die als vermeintlicher Dickmacher gilt, bis du schließlich doch zugreifst. Du kannst das Essen dann jedoch nicht mehr kontrollieren oder gar genießen, weil du wahrscheinlich ein schlechtes Gewissen hast. Wenn du intuitiv auf deine Körpersignale hörst und dir somit auch alles bei echtem körperlichen Hunger erlaubst, durchbrichst du diesen negativen Gedankengang und hast wieder Freude beim Essen und Einkaufen.

Verknüpfe das Einkaufen mit etwas Positivem. Dabei kann es hilfreich sein, beim Einkaufen auszublenden, dass es dir um das Abnehmen geht. Stelle stattdessen Dein Wohlbefinden in den Vordergrund. Binde dir beispielsweise eine kleine Erinnerung an deinen Schlüsselbund, um den Glaubenssatz „Ich bin ein intuitive Genießer“ stets parat zu haben.

Als intuitiver Esser sind alle Lebensmittel erlaubt, wenn sie in Verbindung mit deinen Körpersignalen stehen. Am Anfang mag es helfen, einen Einkaufszettel zu schreiben. Den haben ohnehin viele dabei, um nicht die wichtigsten Sachen, aufgrund dessen man überhaupt losgezogen ist, zu vergessen. Auf diesen Zettel dürfen und sollen wirklich ALLE Lebensmittel drauf, die du gerne essen möchtest. Nichts wird kategorisch ausgeschlossen. Stell dir vorab die Frage: Was mag ich grundsätzlich? Welche Lebensmittel tun mir aus Erfahrung gut? Welche Speisen oder Lebensmittel wollte ich schon immer mal probieren? Du kannst auch schon zwischenzeitlich, wenn du gerade zu Hause oder unterwegs bist, notieren, auf was du Appetit hast.

Nun interessiert mich deine Meinung: Wie bist du zuvor einkaufen gegangen? Mit oder ohne Einkaufszettel? Hast du bestimmte Lebensmittel gemieden, weil du Angst hattest, dadurch zuzunehmen? Hat dies am Ende dazu geführt, dass du Heißhunger hattest? Ich freue mich auf deine Erfahrungen.

Schreibe mir gerne eine Nachricht auf meinem Instagram-Kanal @dr.med.mareike.awe

Hab einen schönen Tag!

Liebe Grüße, deine Mareike Awe